Als Galerist ist Hamburg die perfekte Stadt für mich.. Die Begeisterung für Photographie in allen Altersgruppen ist sehr groß.. die Besucherzahlen der Triennale und Haus der Photographie sprechen für sich.. Da ist eine Messe wie die PHOTOPIA der Höhepunkt und eine notwendige Bereicherung..

ANATOL KOTTE

Titel der Ausstellung:
Mischpoche II

Eröffnung:
24. September 2021, 19:00 Uhr

Ausstellungsdauer:
24. September - 2. Dezember 2021

 

Öffnungszeiten:
Do. - Sa., 13:00 - 19:00 Uhr und nach Vereinbarung

E-Mail:
info(at)capitis-studios(dot)de

Adresse:
CAPITIS GALERIE
Kaiser-Wilhelm-Straße 77
20355 Hamburg

Bild oben links: © Andreas Muehe, Isolde VIII-VG Bild-Kunst, Bonn 2021
Bilder oben rechts: © Andreas Muehe, Vater XIV-VG Bild-Kunst, Bonn 2021
© Andreas Muehe, Vater XXXII-VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Mischpoche II

Im groß angelegten Werkzyklus "Mischpoche", 2017 - 2019, vereint der Künstler Andreas Mühe persönliche Geschichte, soziale und gesellschaftliche Verhältnisse sowie künstlerische Tradition zum Portrait einer Familie, seiner Familie, dem Zeit- wie Kunstgeschichte tief eingeschrieben sind.

Im Zentrum stehen zwei Familienportraits, die die lebenden wie bereits verstorbenen Mitglieder seiner Familie, mütter- und väterlicherseits, abbilden. Von Fotovorlagen ausgehend, hat er die Toten in einem komplexen Produktionsprozess als lebensechte Figuren nachbilden lassen und eine fotografische Realität erzeugt, die es in Wirklichkeit nie gab. In ihrer Eigenschaft, Referenz für Realität und Vergangenheit zu sein, zeichnet sich die Fotografie gegenüber anderen Kunstgattungen besonders aus. Überdeutlich führt Mühe diese ambivalente Bedeutung des Mediums zwischen Wahrheit und Konstruktion vor. Im Jahr 2019 zeigte er Teile aus "Mischpoche" bereits in einer musealen Einzelausstellung im Hamburger Bahnhof — Museum für Gegenwart — Berlin, die die innerfamiliären Verflechtungen in Anbetracht zeithistorischer Erfahrungen einer ganzen Generation thematisierten. Der lange und komplexe Produktionsprozess von Fotografie zu Figur, an dessen Ende wieder eine Fotografie steht, ist nämlich auch eine Abhandlung über Fotografie als Skulptur.

Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit Körperlichkeit und das Zusammenbringen von Form und Figur in einer bildlichen Inszenierung. Körper werden bildhauerisch bearbeitet und in Konstellationen zueinander ins Verhältnis gebracht. Wie auf einer Bühne leuchtet Andreas Mühe sie in einer ihm eigenen, spezifischen Lichtinszenierung aus, die ihre Künstlichkeit widerspiegelt und gleichzeitig so nahbar und menschlich, fast greifbar, macht.


Über Andreas Mühe

Andreas Mühe, geb. 1979 in Karl-Marx-Stadt, lebt in Berlin, wurde international bekannt durch seine Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit und Identität. Seinen Fotografien, die er ausschließlich analog herstellt, ist oftmals eine Ambivalenz, fast düstere Andeutung, inhärent, die auf die nicht mehr sichtbaren aber noch immer spürbaren Folgen der deutschen Geschichtsschreibung verweisen.

Zu seinen jüngsten Einzelausstellungen zählen:

  • "Alles, was noch nicht gewesen ist, ist Zukunft, wenn es nicht gerade jetzt ist", Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD) in der Kunsthalle im Lipsiusbau (2021)
  • Hagiographie Biorobotica, St. Matthäus-Kirche, Berlin (2020)
  • Vladimir und Estragon, Skulpturenforum Hermann Noack, Berlin (2020)
  • Pathos as Distance in Hong Kong, Whitestone Gallery, Hong Kong (2020)
  • Mischpoche, Hamburger Hauptbahnhof — Museum für Gegenwart — Berlin (2019)
  • Andreas Mühe — Fotografie, Red Brick Art Museum, Beijing (2018)
  • Subversive Praktiken, KÖNIG Galerie, Berlin (2018)
  • Eine Deutsche Intervention, KÖNIG Galerie, London (2018)
  • Zeichen der verrinnenden Zeit, Grisebach, Berlin (2017)
  • Pathos als Distanz, Deichtorhallen Hamburg (2017)