Michael Martin auf der PHOTOPIA 2023: Fotoausstellung „TERRA – Gesichter der Erde“ auf dem Überseeboulevard

Nach fünf Jahren Reisen und Fotografieren und zwei Jahren am Schreibtisch schloss der Fotograf Michael Martin sein aktuelles Projekt TERRA ab. Am 17. April 2023 eröffnet mitten in der HafenCity die 27. OPEN ART-Ausstellung mit Bildern aus diesem Projekt unter dem Titel „Gesichter der Erde“ auf dem Hamburger Überseeboulevard. Im September ist der Fotograf einer der Key-Speaker auf der PHOTOPIA Hamburg.

Was ist die Geschichte hinter Deinem Projekt TERRA - Gesichter der Erde?  

Martin: Ich war mit der Kamera in der Arktis, im Himalaya, in den Anden, im Südpazifik, in den Wüsten Arabiens, im Amazonasbecken, in den Savannen Ostafrikas sowie in der Taiga Sibiriens und den Steppen Zentralasiens unterwegs. Innerhalb von sechs Jahren habe ich auf 32 Reisen für TERRA nicht nur fotografiert, sondern auch gefilmt, so dass dabei nicht nur ein Buch, ein Kalender und eine Multivisionsschau entstanden sind, sondern auch insgesamt neun Filme über die Gesichter der Erde, welche neben faszinierenden Landschaften auch Tiere, Pflanzen und Kulturen vorstellen. Der Zuschauer erlebt meine Abenteuer auf der PHOTOPIA hautnah mit.

 

Du bereist und erforschst bereits seit über 40 Jahren Wüstengebiete auf der ganzen Erde. Warum musste es noch ein Mammut-Projekt wie dieses sein?

Martin: Das liegt wohl in meiner Persönlichkeit begründet. Ich bin immer einen Schritt weitergegangen. Nur dann bin ich bereit, meine ganze Kraft und Zeit auf das neue Projekt hin zu fokussieren und manchmal auch ein Risiko einzugehen. Ich kann die Zuschauer und Leser nur begeistern, wenn ich selbst begeistert bin. Zum ersten Mal werden in meinem Projekt Trockenwüsten und Polarregionen so umfassend gegenübergestellt. Wo das Leben an seine Grenzen gerät, muss man zwar manchmal genauer hinsehen, ist aber umso faszinierter von den Anpassungsleistungen der Tiere, Pflanzen und Menschen.

 

Ist es das, was Du in Deinen Bildern zeigen möchtest? 

Martin: Es geht mir um eine Demonstration der Schönheit unserer Welt. Denn obwohl die Klimakrise ein präsentes Thema in unserem Alltag geworden ist, gerät die tatsächliche Schönheit unserer Erde doch immer wieder in Vergessenheit. Ich versuche zu zeigen, wie faszinierend die Natur ist. Darum habe ich für dieses Projekt zehn Gesichter der Erde portraitiert, die von der Vielfalt unseres Planeten erzählen. Das Projekt ist eine Verneigung vor dem Naturwunder Erde und macht deutlich, was wir verlieren würden, wenn wir die Erde nicht besser schützen. 

 

Wie sehr beunruhigt Dich die Klimakrise? 

Martin: Wenn wir nichts gegen den Klimawandel tun und keine Maßnahmen ergreifen, werden wir bis zum Ende dieses Jahrhunderts einen Anstieg von vier Grad auf der Erde haben, also eine Durchschnittstemperatur von 18 Grad. Vor gut 100 Jahren lag sie noch bei 14 Grad. Das hört sich erst einmal nicht so gravierend an, aber 18 Grad gab es zum letzten Mal vor 50 Millionen Jahren im Eozän. Es gab kein Eis mehr auf der Erde, stattdessen war zu der Zeit jedoch der Meeresspiegel 70 Meter höher als heute. Also: Gute Nacht!

 

Willst Du die Menschen also mit dem Projekt aufrütteln?

Martin: Klar, aber ich möchte vor allem  erreichen, dass sich mehr Menschen FÜR DEN PLANETEN ERDE  interessieren und verstehen, dass auch sie geschützt werden müssen. Der Schutz der Regenwälder oder der Ozeane ist anerkannt, die Wüsten und Polargebiete aber werden als marginale Räume gesehen, aus denen die Rohstoffe kommen, in denen Waffen getestet werden können, wo man ausrangierte Flugzeuge parken und Autorallyes durchführen kann. Dabei sind sowohl die Wüsten als auch die Polargebiete Teil unserer Natur. Sie sind in weiten Teilen immer noch unberührt und müssen bewahrt werden vor unserem Hunger nach Rohstoffen, zumal diese Regionen ökologisch höchst sensibel sind.

 

Du bist auf PHOTOPIA Key-Speaker: Was erwartet das Publikum?  Was bedeuten Dir die Begegnungen auf Events wie PHOTOPIA?  

Martin: Die Beteiligung an der PHOTOPIA bildet für mich ein i-Tüpfelchen für mein TERRA-Projekt. Ich habe harte Monate und Jahre hinter mir. Als ich 2020 nach fünf Jahren TERRA abschloss, kam Corona, was für mich persönlich ein Glücksfall war, weil ich zwei Jahre eine Auszeit nehmen musste. Seitdem bin ich damit auf Tournee. Ich war ja bereits bei der PHOTOPIA-Premiere im Jahr 2021 als Referent dabei und freue mich, jetzt wieder Teil dieses Events sein zu können.

 

Mehr Informationen:

www.photopia-hamburg.com

www.überseequartier-nord.de

www.michael-martin.de

 

Über die PHOTOPIA Hamburg           
Die PHOTOPIA Hamburg bietet der Imaging-Branche und -Community ein neues Zuhause. Vom 21. bis 24. September 2023 präsentieren Unternehmen ihre Produkte, Lösungen und Dienstleistungen rund um das Trendthema Imaging. Besuchende sind alle, deren Business, Hobby oder Leidenschaft das Fotografieren oder Filmen ist. Neben Fachpublikum, Content Creators, Profis, Semi-Pros, Hobbyfotografierenden und Foto-Kulturinteressierten sind dies ganz explizit auch Smartphone-Usernnen und -User, die ihr Handy für die Aufnahme, Bearbeitung und das Sharing von Fotos und Videos nutzen. Begleitet wird das Festival von Konferenzen, Produktschulungen, Preisverleihungen, Workshops, Fotowalks, Side-Events & Festival-Partys.